Autor: Sylke Wilde

Make-Magazin: Alter Benziner wird zum E-Auto

Statt ein neues Elektroauto zu kaufen, lassen immer mehr Autobesitzer ihren Benziner oder Diesel auf Elektroantrieb umrüsten. Ab 12.000 Euro ist das möglich. In der aktuellen Make-Ausgabe zeigt die Redaktion, wann sich der Umbau lohnt und worauf zu achten ist.

Mehrere Tausend umgerüstete Fahrzeuge sind bereits auf deutschen Straßen unterwegs. Spezialisierte Werkstätten sind oft monatelang ausgebucht. Marco Lorey aus Offenbach hat seit 2008 rund 300 Fahrzeuge elektrifiziert und an den Grundlagen der heutigen TÜV-Abnahme mitgewirkt.

Besonders geeignet sind leichte Fahrzeuge mit Schaltgetriebe. Bei Autos mit Erstzulassung vor Oktober 2002 entfällt häufig eine teure Zusatzprüfung.

Laut Fraunhofer-Institut amortisiert sich ein Umbau für 12.000 bis 15.000 Euro bei 14.000 Kilometern Jahresfahrleistung nach rund sieben Jahren. Zudem sinken Wartungsaufwand und Betriebskosten.

Die größte Herausforderung bleibt die TÜV-Abnahme. Make empfiehlt Selbstumbauern, frühzeitig den Kontakt zum zuständigen Prüfer zu suchen.

Das Innovationslabor für junge Erfinder

Das Make-Magazin hat gemeinsam mit der Hochschule Trier ein Mikrocontroller-System entwickelt, das Jugendlichen den praktischen Einstieg in IoT und Sensorik ermöglicht. Makey:Lab kombiniert einen ESP32-Mikrocontroller mit visueller Programmierung und einem Projektbuch. Statt komplizierter Syntax arbeiten Nutzer mit grafischen Programmierblöcken. Die Hardware ist fertig aufgebaut und sofort einsatzbereit.

Mit dem System lassen sich Wetterstationen, Umweltmessgeräte oder vernetzte Alltagshelfer bauen. Auch Robotik- und Automatisierungsprojekte sind möglich. „Wer Technik selbst ausprobiert und eigene Ideen damit umsetzt, entwickelt oft ein viel tieferes Verständnis für digitale Technologien”, sagt Daniel Bachfeld, Chefredakteur vom Make-Magazin.

Das Set kostet 119,90 Euro und richtet sich an technikinteressierte Jugendliche, Familien und Bildungseinrichtungen. Für Schulen sind Klassensets und eine EDU-Version mit Unterrichtsmaterialien geplant. Laut JIM-Studie verbringen Jugendliche mehrere Stunden täglich am Smartphone. Makey:Lab setzt darauf, dass sie Technik nicht nur konsumieren, sondern selbst verstehen und gestalten. Die Entwicklung basiert auf IoT- und Nachhaltigkeitsprojekten des Umwelt-Campus Birkenfeld.

Verfügbar ab sofort im heise shop.

Bundesministerin Bär: Deutschland solle „wie eine Maker Faire an 365 Tagen im Jahr” werden

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär übernimmt zum zweiten Mal die Schirmherrschaft für die Maker Faire Hannover 2026 und setzt damit ein deutliches Zeichen für die Maker-Szene. In ihrer Videobotschaft lobt sie das Tech-DIY-Festival als Ort für Innovationsgeist, Kreativität und technologische Zukunftsideen. Deutschland solle „wie eine Maker Faire an 365 Tagen im Jahr” werden, so die Ministerin – offen für Neues, risikofreudig und voller technischer Begeisterung.

Bär sieht in der Maker Faire ein Beispiel dafür, wie aus kreativen Projekten und klugen Hacks neue Produkte, Start-ups und Technologien entstehen können. Besonders hebt sie die Verbindung von Handwerk und Hightech hervor. Themen wie künstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik oder Photonik stünden exemplarisch für die Innovationskraft der Community.

Hier kann man die komplette Videobotschaft sehen:

ChatGPT im Wählscheibentelefon

Ein umgebautes Wählscheibentelefon wird zum KI-Gesprächspartner: Das von Make (Ausgabe 2/2026) präsentierte Projekt zeigt, wie sich ein Retro-Telefon für rund 100 Euro mit einem Minicomputer und ChatGPT-Anbindung ausstatten lässt. Über die gewählten Ziffern lassen sich verschiedene virtuelle Persönlichkeiten erreichen – vom Fischhändler bis zur Gärtnerin.

Die KI reagiert in Echtzeit, lässt sich unterbrechen und passt sich flexibel an. Das vertraute und nostalgische Bedienkonzept eröffnet einen leichteren Zugang zur künstlichen Intelligenz und eignet sich auch für Bildung, in der Altenpflege oder zur Unterhaltung.

Der Umbau dauert etwa drei Stunden und erfordert Löterfahrung. Die Gesprächskosten liegen bei nur wenigen Cent, eine Bauanleitung mit Code ist frei verfügbar. Voraussetzung ist ein Account beim KI-Anbieter OpenAI. Alle Bauanleitungen und Programmcodes stellt das Make-Magazin gratis zur Verfügung.

ESP32-Energiemonitor für Balkonkraftwerke

Ein selbstgebauter Energiemonitor auf ESP32-Basis erfasst und visualisiert Stromverbrauch und -produktion im Haushalt. Das von Make (Ausgabe 1/2026) vorgestellte Projekt besteht aus einem Transmitter am Stromzähler und einem Receiver mit Display, der Echtzeitdaten, den Verlauf der letzten zwei Stunden sowie eine SD-Karten-Aufzeichnung bietet.

Die Montage erfolgt berührungslos über einen optischen Lesekopf. So lassen sich Einsparpotenziale erkennen und Balkonkraftwerke optimieren.

Eine Bauanleitung mit Code ist verfügbar; die Materialkosten liegen bei rund 70 Euro. Das System eignet sich für Privatnutzer ebenso wie für PV-Installateure und Energieberater.

Meshtastic: Chatten ohne Netz

Das DIY-Magazin Make stellt in seiner aktuellen Ausgabe mit Meshtastic ein offenes Funksystem vor, das Kommunikation ohne Mobilfunk und Internet ermöglicht. Mit günstiger Hardware, kostenloser Software und LoRa-Funktechnik lassen sich verschlüsselte Nachrichten über mehrere Kilometer senden – ideal für Notfälle und Outdoor-Aktivitäten.

Der Aufbau ist einfach: Software per Web-Tool installieren, Verbindung über App einrichten. Geräte ab 30 Euro fungieren als Sender, Empfänger und Verstärker. Da das freie 868-MHz-Band genutzt wird, ist keine Lizenz nötig; allerdings ist die Sendezeit auf 36 Sekunden pro Stunde begrenzt.

Außerdem lernst du, wie du die Oxocard ohne NanoPy verwenden und damit eigene IoT-Projekte umsetzen sowie spielerisch Coden lernen kannst. Doch damit nicht genug: Die Hardware lässt sich auch mit Arduino-C und CircuitPython programmieren. Davon profitieren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Denn für beide Alternativen gibt es eine Fülle an Projekten, Anleitungen, Bibliotheken und nicht zuletzt jeweils eine große Community mit umfangreichem Know-how. Solltest du den Verdacht auf Radon im Keller haben, findest du hilfreiche Tipps zum Aufspüren und auch weitere Projekte rund um das eigene Haus werden dir vorgestellt. Sei es eine Wetterstation mit Shelly, Matter fürs Smart Home oder ein Radar für die Grundstücksauffahrt. Ab sofort erhältlich.

Make-Sonderheft zeigt Ikea-Hacks für Heimwerker

Das DIY-Magazin Make widmet sich in einem neuen Sonderheft erstmals dem Thema Ikea-Hacks. Ein besonderes Highlight ist die Verwandlung des Servierwagens Bror in eine mobile Werkbank. Mit einer Investition von 200 bis 250 Euro und zwei bis drei Stunden Arbeitszeit entsteht ein vielseitiger Werkstattwagen.

Der umgebaute Servierwagen bietet auf 85 mal 55 Zentimetern eine robuste Arbeitsfläche. „In Kombination mit flachen Boxen oder Besteckkästen entstehen praktische Schubladen für Werkzeuge wie Zwingen, Zangen oder Lineale“, erläutert Akos Fodor, leitender Redakteur beim Make-Magazin. Filzauflagen sorgen für leichtgängige Schubladen.

Zusätzliche Klappkonsolen und eine Multiplexplatte erweitern die Arbeitsfläche. Durch Bohrungen lassen sich Tischklemmen zum Einspannen von Werkstücken anbringen. Fodor weist jedoch darauf hin: „Als Hobelbank oder für schwere Handsägearbeiten ist die Haltekraft der Rollen nicht ausreichend.“

Das Sonderheft stellt weitere kreative Umbauten vor: Eine Kunststoffbox wird zum USB-Gamecontroller, das Ivar-Regal zur platzsparenden Arbeitsecke. Sogar die blaue Ikea-Tragetasche erhält durch einfache Modifikationen eine Verstärkung und einen Regenschutz.

Elektrik im Camper: sicher nach VDE

Immer mehr Menschen entdecken Camping für sich und bauen ihr Wohnmobil selbst aus. Doch bei der 230-Volt-Installation ist besondere Vorsicht geboten. In der neuen Make-Ausgabe 05/2025 erfährt man, wie die Bordstromversorgung sicher und normgerecht umgesetzt wird – inklusive Bauanleitung für eine praktische Umschaltbox.

„Die Elektroinstallation in Wohnmobilen muss besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen“, erklärt Make-Redakteur Carsten Wartmann. Dazu gehören etwa Schutzvorrichtungen gegen Stromschläge, die richtige Absicherung aller Stromkreise und eine sichere Verbindung aller Metallteile mit der Erdung.

Besonderes Highlight: eine selbst entwickelte Umschaltbox, die automatisch dafür sorgt, dass beim Wechsel zwischen Campingplatz-Strom und Bordbatterie alles korrekt geschaltet wird. Kontrollleuchten zeigen den Status an, die Baugröße ist kompakt (etwa wie eine Butterdose) und die Herstellungskosten liegen zwischen 50 und 80 Euro.

Der Beitrag enthält eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Da es um Netzstrom geht, dürfen solche Arbeiten allerdings nur von Elektrofachkräften oder unter deren Aufsicht ausgeführt werden.

Maker Faire Hannover 2025: Was für ein Fest!

Die elfte Maker Faire Hannover war ein voller Erfolg! Trotz – oder vielleicht sogar wegen – des eher kühlen Augustwetters strömten am Wochenende 19.200 Teilnehmende ins HCC. Damit konnten wir die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr von 15.800 um mehr als 20 Prozent steigern.

Lange Schlangen am Samstag, volle Hallen und ein lebendiger Sonntag – die Stimmung war durchweg großartig. Zufriedene Ausstellerinnen und Aussteller trafen auf ein begeistertes Publikum, das mit vielen Ideen, Inspirationen und selbstgebauten Projekten nach Hause ging.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die dieses Event möglich gemacht haben: die unermüdlichen Volunteers, die engagierten Kolleginnen und Kollegen, unsere Sponsoren und natürlich die fantastische Maker-Community. Eure Kreativität und Leidenschaft lassen die Maker Faire immer wieder zu etwas ganz Besonderem werden.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Auflage: 15. & 16. August 2026 – wieder im HCC!
Kommt gut nach Hause – und bis bald!

Regionspräsident Steffen Krach eröffnet die Maker Faire

Prominente Unterstützung erhält die Maker Faire durch Hannovers Regionspräsident Steffen Krach. In seinem Grußwort hebt er den besonderen Charakter der Veranstaltung hervor. Die Maker Faire sei ein Ort, „in dem nicht nur gedacht, sondern gemacht wird“ – ein Raum, in dem sich Schüler, Start-ups und Unternehmer begegnen, voneinander lernen und gemeinsam gestalten. Mit dem Motto „Wo Ideen tanzen und Technik begeistert“ bringt die Maker Faire Hannover genau das auf den Punkt: Die Veranstaltung ist ein Ort für Begeisterung, Austausch und Zukunftsmut.

Steffen Krach wird die Veranstaltung am 23. August um 10 Uhr eröffnen.

Sein vollständiges Grußwort ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=aR8juX-Hp1U

Foto (c) Philipp Schroeder