Maker Faire Berlin: Die neue Kultur des Selbermachens

Am 3. und 4. Oktober verwandelt sich der Postbahnhof Berlin in einen Treffpunkt für Selbermacher. Auf dem Festival Maker Faire zeigen kreative Köpfe, Erfinder und Querdenker ihre ausgefallenen Ideen: von einfachen DIY-Projekten bis hin zu innovativen Prototypen. Die über 120 Ausstellerinnen und Aussteller werben für die neue Kultur des Selbermachens und wollen zum Mitmachen und Nachahmen inspirieren.

In der Elektronik setzen Maker auf die preisgünstige Mikrocontroller-Plattform Arduino, in der Informatik steht der kreditkartengroße Mini-PC Raspberry Pi hoch im Kurs. In der Bio-Technologie will der Wissenschaftler Philip Boeing jetzt das mobiles Mini-Labor Bento Bio etablieren und möglichst viele Menschen für die spannende grüne Technologie begeistern. Auf der Maker Faire zeigt Philip Boeing, was man mit Mikroorganismen so alles anstellen kann: Parfums aus Bakterien herstellen, Organsimen zum Leuchten bringen oder aber mit Zellen malen.

Grüne Technologie oder „Bio-Frickeln“ ist auch das Thema von Informatikerin Lisa Thalheim, die über Do-it-Yourself-Bio referiert und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum eigenen Labor vorstellt.

Wie man den grünen Daumen durch intelligente Elektronik unterstützt, zeigt Carlos Santana Jr. Er hat ein Open-Source-Gewächshaus-Set erfunden, das aus lasergeschnittenem Holz besteht, einen Arduino und verschiedene Sensoren nutzt, um Temperatur, Feuchtigkeit und Bewässerung zu steuern und Zeitrafferaufnahmen der wachsenden Pflanzen zu machen.

Darüber hinaus bietet die Maker Faire etliche Robotik-Projekte, zeigt Elektronik zum Anziehenund präsentiert neuartige 3D-Druck-Anwendungen. Aber auch die klassische Handarbeit und das Handwerk kommen nicht zu kurz. So wird unter anderem ein Workshop zum Ringe-Schmieden angeboten.

Experten erläutern in Vorträgen und Workshops den Einstieg in die Maker-Szene und geben Tipps für den Start in die Selbstständigkeit. Wie man Kinder und Jugendliche für Technik interessieren kann, erfahren die Besucherinnen und Besucher in Vorträgen zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Mini-Rechners Raspberry Pi.

Geraldine de Bastion von der Digitalen Gesellschaft führt mit einem leidenschaftlichen Vortrag in die internationale Maker-Szene ein. Ergänzend dazu stellt sich die Community „Global Innovation Gathering“ vor, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Makerspaces, FabLabs und Innovationszentren in aller Welt zu vernetzen.

Als optisches Highlight empfängt Flammenwerfer-Transformer „Kevin“ die Besucherinnen und Besucher der Maker Faire. Konstrukteur Mike Wessling aus den Niederlanden erweckt mithilfe ausgefeilter Hydraulik-Technik einen ausrangierten Schiffscontainer zum Leben und lässt ihn Feuer speien.

Tickets: Die Tagestickets kosten 11 Euro, Familien mit zwei Kindern zahlen 20 Euro. Es gibt auch Gruppentickets ab 10 Personen und Sonderpreise für Schulklassen und Studenten. Der Verkauf läuft über den Ticketshop der Maker Faire-Webseite: www.makerfaire.berlin. Hier gibt es auch alle wichtigen Informationen rund um das bunte Familien-Festival, inklusive Maker-Vorstellungen und Hinweise auf das Rahmenprogramm.