Ein Besuch in Eindhoven

Das DIY- und Kreativfestival Maker Faire findet weltweit statt, auch bei unseren niederländischen Nachbarn. Ein Grund, endlich mal nach Eindhoven zu fahren.

Sieben (Mini) Maker Faires gab es am vergangenen Wochenende, eine davon auch in Eindhoven im Süden der Niederlande, rund 40 Autominuten von Deutschland entfernt. Auf dem VDMA-Gelände, einer ehemaligen Fabrikhalle in der Innenstadt, zeigten an 80 Ständen Maker und Initiativen ihre kreativen DIY-Ideen und boten Workshops für die etwa 1800 Besucherinnen und Besucher an. Es war die zweite Mini Maker Faire in Eindhoven.

Gaël Langevin zeigte persönlich seine Erfindung, den lebensgroßen humanoiden Roboter aus dem 3D-Drucker: InMoov
Eine andere Austellerin im Kostüm forderte den Roboter zu einem spontanen Tanz auf.
Das lockte auf die Maker Faire: Die automatische Band der Robotergruppe Team Dare aus Eindhoven spielt direkt am Eingang, mit Gitarre, Bass, Schlagzeug – und Panflöte.
Die Maker Faire fand in einer schönen alten Fabrikhalle mitten im Zentrum von Eindhoven statt. Das Gelände lag lange brach und wurde erst vor wenigen Tagen für das Festival hergerichtet.
Am Anfang war es ein Haufen Holz – im Laufe der Veranstaltung wuchs die Kettenreaktions-Maschine, weil alle daran mitbauten.
Die Veranstalter der Dutch Robot Games zeigten ihre Roboter, die in verschiedenen Gewichtsklassen gegeneinander antreten.
Am Stand des FabLab Tilburg gab es eine automatische Heißdraht-Schneidemaschine zu sehen. Damit kann man dreidimensionale Objekte aus Styroporblöcken ausschneiden.
Das Startup zeigte seine Prototypen für eine CNC-Fräse und einen Lasercutter. Die zwei Geräte entstammen den Abschlussarbeiten des Gründerteams und sollen nächstes Jahr auf den Markt kommen.
Bisher gibt es sie nur einfarbig, ein Maker hat aber 4000 Gehäuse für Sieben-Segment-Anzeigen gekauft und baut dort handbestückte Platinen mit RGB-Leuchtdioden ein. In Eindhoven konnte man sie kaufen.
Es war mal ein Rasenmäher, jetzt ist es ein fernsteuerbares Fahrzeug.
So einfach kommt man im Boot voran – ein Projekt des Bastlers Berto Aussems.
Quadrokopter waren in einem anderen, noch unrenovierten Teil des Gebäudes unterwegs, der aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Dafür gab es eine Live-Übertragung auf Monitoren.
Ein typisches Maker-Projekt: Ein Windrad aus Abflussrohren, selbst gedruckten 3D-Teilen und einem alten Schrittmotor. Um das Smartphone zu laden, reicht das aus.
Parallel zur Maker Faire gab es einen Hackathon: In diesem Projekt konstruierten die Teilnehmenden ein intelligentes T-Shirt…
… ein anderes Team probierte sich an flexiblem Druckfilament für Schuhe aus.
Überall Mitmachaktionen – auch hier, wo man löten lernen konnte.
Ein Bus (oder Buzz?) voll mit 3D-Druckern, Lasercutter und weiteren Tools: Das Projekt macht Bildungsarbeit und kommt mit dem rollenden FabLab zum Nachwuchs.
Gemütlich gamen: Pillo hat einen Drucksensor und dient zur Steuerung von Computerspielen.
Schicke Nerd-Broschen aus alten Bauteilen.
Auch das ist DIY: Pilze zum Selberzüchten auf Kaffeesatz von der Eindhovener Firma FungiFuturi.

Auffällig war, wie gut das Organisationsteam rund um René Paré die typische Mischung des Events hinbekommen haben: Gerade in Eindhoven, der Stadt, in der der Elektronik-Konzern Philips als Glühlampenfabrik startete und in der heute noch dessen Ausgründungen NXP und ASML sitzen, hätte man eine sehr techniklastige Veranstaltung erwartet. Allerdings gab es neben den obligatorischen Roboter-Bastlern, 3D-Druckern und Löt-Projekten auch Stände mit Informationen zur Pilzzucht, eine riesige hölzerne Rube-Goldberg-Maschine zum Mitbasteln und mehrere Bildungsinitiativen.

Highlight war der Franzose Gaël Langevin mit seinem humanoiden Roboter aus dem 3D-Drucker, InMoov. Langevin führte nicht nur seine Erfindung vor, sondern berichtete auch davon, dass seine Open-Source-Konstruktion (siehe auch Make 1/2015) mittlerweile in mindestens 56 Ländern nachgebaut würde, vor allem an Unis und Schulen.