Archiv: Maker Faire Hannover 2013

von Martin Holland, heise online

Am Samstag hat im Hannover Congress Centrum die erste Maker Faire in Deutschland stattgefunden: Von lötenden Kindern über 3D-Drucker bis hin zur augenscheinlich rohen Gewalt eines Schmieds gab es jede Menge zum Anfassen, Ausprobieren und Selbermachen. Mehr als 4300 Gäste ließen sich auf dem Technik-Festival, das von c’t Hardware Hacks präsentiert wurde, inspirieren.

In der Veranstaltungshalle und dem Außengelände davor gab es nicht nur jede Menge 3D-Drucker in Aktion zu sehen, sondern auch Flugshows der Multicopter von Autoquad und immer wieder Vorführungen des chair force one der jungen Maker des Projektlabors am Berufskolleg Rheine. Im Teich jagte unterdessen ein mechanischer Hai die Enten. Retrofans konnten mit quasi urzeitlicher Technik aus dem Jahr 1950 chatten, oder die Steampunk-Apparate von Admiral Aaron Ravensdale und Horatius Steam ausprobieren. Über ihren Köpfen schwebte derweil das silberne Luftschiff des Projekts Windreiter.

An vielen Ständen legten die Besucher auch gleich selbst Hand an und vor allem die Lötkurse für die Kleinen zeigten, dass sich die Makerszene um ihren Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Derweil gab es in zwei Sälen Vorträge, in denen etwa Rudolf Arnold in seinem Flügelkostüm erklärte, warum Cosplayer auch Maker sind. Wolfgang Pittroff von der Mekele University in Äthiopien appellierte an die versammelten Kreativen, ihre Fingerfertigkeit und ihren Enthusiasmus in den Dienst einer Bildungsrevolution in dem ostafrikanischen Land zu stellen.

Zwei Stars der Maker Faire Hannover waren die Roboter „Afreakin bassplayer“ und „Sir Elton Junk“ des Berliner Künstlers Kolja Kugler. Jede Stunde traten sie vor einer immer rasch wachsenden Zuschauermenge auf und erhielten großen Beifall. Zwischendurch erklärte Kugler Interessierten, welche Schwierigkeiten es bei der Arbeit an den Figuren aus Schrottmetall gab. Außerdem kündigte er an, sie möglichst bald um einen Schlagzeuger ergänzen zu wollen.

Bei schönem Wetter wechselten die Besucher immer wieder zwischen Innen- und Außengelände. Lediglich zu Beginn waren die Pünktlichsten in der Schlange vor dem Eingang von einem kurzen aber heftigen Regenschauer so richtig nass gemacht worden. Aber auch das könnte positive Folgen für die nächste Maker Faire hierzulande haben, meinte doch ein wartender Junge: „Nächstes Jahr werd ich Aussteller, dann komm ich schneller rein.“